{"id":3510,"date":"2019-12-31T12:28:48","date_gmt":"2019-12-31T11:28:48","guid":{"rendered":"https:\/\/beobachter23.de\/?page_id=3510"},"modified":"2019-12-31T12:28:48","modified_gmt":"2019-12-31T11:28:48","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/beobachter23.de\/?page_id=3510","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auszug aus dem Buch &#8222;Aufkl\u00e4rende Artillerie der Bundeswehr&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">hier: <\/span>Truppenamt \/ Heeresamt &#8211; Das Dezernat Aufkl\u00e4rende Artillerie &#8211;<\/p>\n<p><strong>Truppenamt \/ Heeresamt<\/strong><\/p>\n<h4>Das Dezernat Aufkl\u00e4rende Artillerie<\/h4>\n<h4>Als im Jahre 1952 das &#8220; A m t B I an k &#8220; auf Anordnung der Bundesregierung seine Arbeit aufnimmt, wird Oberst a.D. <i>Gieser<\/i> beauftragt, im Zuge der geplanten &#8222;Europ\u00e4ischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG)&#8220;, die Aufstellung der deutschen Artillerie zu planen und vorzubereiten.<\/h4>\n<h4>Am 20.08.1952 tritt der damalige Major a.D. v. <i>Vangerow<\/i> dazu. Auf die Frage: &#8222;welche Gedanken haben Sie zur Aufstellung der Aufkl\u00e4renden Artillerie?&#8220; antwortet dieser: &#8222;Mich hat das damals so beeindruck (die Ergebnisse der Feindlagebeurteilungen im II. Weltkrieg seines I c im Stabe des H\u00f6heren Artilleriekommandeurs (HarKo 306), da\u00df ich bereits in der Dienststelle Blank die (Artillerie-) Aufkl\u00e4rung und ihre Auswertung f\u00fcr besonders wichtig hielt. So ist es selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df Herr Gieser und ich in unseren Planungen auch Einheiten der Aufkl\u00e4renden Artillerie vorsahen. An Grundlage stand uns die TO&amp;E des &#8222;Observation Bn&#8220;, sp\u00e4ter &#8222;Target Acquisition Bn&#8220; der US-Armee zur Verf\u00fcgung&#8230;&#8220;<\/h4>\n<h4>Am 01. November 1956 wird Oberstleutnant Rauch als Dezernent f\u00fcr die Aufkl\u00e4rende Artillerie eingestellt. Dazu schreibt Brigadegeneral a.D<i>. v. Vangerow<\/i>: &#8222;Oberst <i>Gieser <\/i>und ich suchten einen Bearbeiter f\u00fcr das Dezernat Aufkl\u00e4rende Artillerie und lie\u00dfen uns durch Oberst a.D. <i>Froben<\/i> beraten, mit dem wir enge Verbindung hatten, und Namensvorschl\u00e4ge vom Personalreferenten, unserem langj\u00e4hrigen Mitstreiter aus den Zeiten der Dienststelle Blank, Herrn <i>v. Sierakowski<\/i> machen.&#8220;Im September 1956 werden 6 I. ehemaligen Majore <i>Krammling, Maaf, Merklinghaus<\/i> und <i>Pilgram<\/i> eingestellt. Die ersten drei sollen als k\u00fcnftige Truppenkommandeure und im S2-Dienst Verwendung finden. Major <i>Pilgram<\/i> soll die Aufkl\u00e4rende Artillerie an der Artillerieschule vertreten.<\/h4>\n<h4>W\u00e4hrend bereits am 01. November 1955 das Truppenreferat Artillerie im Truppenamt gebildet wird, beginnt die Arbeit von Oberstleutnant <i>Rauch<\/i> am 01. November 1956 als Dezernent Aufkl\u00e4rende Artillerie in der inzwischen vergr\u00f6\u00dferten Abteilung &#8222;Artillerie und Topographietruppe&#8220; im Truppenamt, das noch in provisorischen Dienstr\u00e4umen weit verstreut in K\u00f6ln &#8211; in angemieteten H\u00e4usern &#8211; untergebracht ist. Die Hauptaufgabe f\u00fcr das Dezernat ist die Organisation der Aufstellung der Truppe. Bereits im Amt Blank werden dazu die Planungen mit Hilfe der US-Vorschriften vorgenommen. Dabei mu\u00df ber\u00fccksichtigt werden, da\u00df das Aufkl\u00e4rungsger\u00e4t vornehmlich aus US-Best\u00e4nden \u00fcbernommen werden mu\u00df. Auch die Vorschriften. Das zieht Schwierigkeiten nach sich, denn die ersten Aufkl\u00e4rer sind die deutschen Heeresdienstvorschriften und Aufkl\u00e4rungsger\u00e4te gew\u00f6hnt, die sie mit Erfolg im II. Weltkrieg eingesetzt hatten. Teilweise sind die amerikanischen Ger\u00e4te primitiver, bedeuteten also einen unverst\u00e4ndlichen R\u00fcckschritt. Daf\u00fcr wird jedoch mit der Einf\u00fchrung eines Radarger\u00e4tes Neuland betreten.<\/h4>\n<h4>\u00a0Neben der Aufstellung m\u00fcssen Lehrpl\u00e4ne f\u00fcr die Artillerieschule erarbeitet werden,denn Oberstleutnant <i>PiIgram<\/i> hat bereits am 01. November die ersten Einweisungslehrg\u00e4nge f\u00fcr Offiziere der Schie\u00dfenden Artillerie an der Artillerieschule durchzuf\u00fchren.<\/h4>\n<h4>Major <i>Krammling<\/i> nimmt am 2. Truppenlehrgang teil, der vom 03.09. &#8211; 26.10.1956 in ldar-Oberstein stattfindet.<\/h4>\n<h4>Bereits 1957 sollen die ersten Beobachtungsbataillone aufgestellt werden. Zu jedem Korps soll ein Beobachtungsbataillon geh\u00f6ren, das aus drei selbst\u00e4ndigen Beobachtungsbatterien besteht. Der Umfang an Personal und Fahrzeugen ist riesig und deswegen werden diese Einheiten &#8222;Mammut &#8211; Batterien&#8220; genannt. Sie werden mit allen einzuf\u00fchrenden Ger\u00e4ten ausger\u00fcstet (Lichtme\u00df-, Schallme\u00df-, Vermessungszug, Radarstaffel und Versorgungszug!). Sie sind schwer zu f\u00fchren. Der Kommandeur und sein Stellvertreter werden Berater und S2-Personal beim Artilleriekommandeur des Korps (Arko). Sie haben f\u00fcr eine gleichm\u00e4\u00dfige Qualit\u00e4t der Ausbildung in den Batterien zu sorgen.<\/h4>\n<h4>Am 17. Februar 1957 wird in der Hohlkaserne in Idar-Oberstein eine Beobachtungsbatterie unter Major <i>Volk<\/i> aufgestellt. Diese Batterie wird sp\u00e4ter Lehrtruppe f\u00fcr die Artillerieschule. Sie soll die befohlene Gliederungsform erproben. Drei Monate sp\u00e4ter, am 16. Mai 1957, versammeln sich im Kellergescho\u00df des Blocks 2 der Artillerieschule die ersten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Aufkl\u00e4renden Artillerie unter dem &#8222;Leiter der Aufstellung&#8220; Major <i>Merklinghaus<\/i>. Schreibger\u00e4te, Papier, Bleistifte und anderes Verwaltungsger\u00e4t wird beschafft und an die vorausgruppen der k\u00fcnftigen drei Batterien verteilt. Je zwei Gesch\u00e4ftszimmer f\u00fcr eine Vorausgruppe stehen zu Verf\u00fcgung. Nur wenige Soldaten der ehemaligen Aufkl\u00e4renden Artillerie der Wehrmacht sind unter dem Vorauspersonal. Die Kenntnisse dieser Wenigen werden \u00fcberarbeitet und ausgewertet, um sie den neuen Soldaten weiterzugeben. Funktionen werden so ausgef\u00fcllt, allgemeine Vorschriften werden zugeteilt und helfen, die Kader der Batterien arbeitsbereit zu machen.<\/h4>\n<h4>Ab Juli 1957 werden die bisher eingetroffenen Soldaten als Ausbilder und Hilfsausbilder f\u00fcr die Allgemeine Grundausbildung vorbereitet und in die Grundkenntnisse des Licht-, Schall- und Vermessungswesens eingewiesen. Unterlagen m\u00fcssen selbst geschaffen werden. Fantasie und Gelerntes aus der Wehrmacht erg\u00e4nzen sich zu Grundlagen des Ausbildungsmaterials. Folien, Modelle und schriftliche Hilfestellungen werden von den M\u00e4nnern der ersten Stunde selber entwickelt. Sie finden sp\u00e4ter in vielen F\u00e4llen Aufnahme in die Vorschriften. Am 01. September 1957 erhalten die bisherigen Vorausgruppen die Bezeichnung ihrer k\u00fcnftigen Batterien, also<\/h4>\n<h4>l.\/Artilleriebeobachtungsbatterie 45 I unter Major <i>K\u00f6hler<br \/>\n<\/i><\/h4>\n<p>l.\/Artilleriebeobachtungsbatterie 452 unter Hauptmann <i>Stegmann<\/i> und<\/p>\n<p>l.\/Artilleriebeobachtungsbatterie 453 unter Hauptmann <i>Sorg<\/i>.<\/p>\n<h4>Da jetzt durch die Zuf\u00fchrung weiterer Soldaten der bisher zugewiesene Raum inder Artillerieschule nicht mehr ausreicht, wird die l.\/451 nach Munsterlager (Scheibenhof) verlegt und dem Korpsartilleriekommandeur 401 beim I. Korps in M\u00fcnster unterstellt. Die beiden anderen Batterien werden in das Lager Stegskopf auf dem Truppen\u00fcbungsplatz Daaden im hohen Westerwald verlegt. Sie werden dem Korpsartilleriekommandeur 403 beim III. Korps in Koblenz unterstellt. Die Batterien k\u00f6nnen ihre Arbeit aufnehmen. Stetig werden die Kraftfahrzeuge angeliefert und Kraftfahrer geschult. Mit den zugef\u00fchrten Rekruten beginnt die Grundausbildung. Auch das Aufkl\u00e4rungsger\u00e4t wird &#8222;tr\u00f6pfchenweise&#8220; &#8211; meistens aus US-Best\u00e4nden ausgeliefert.Es ist f\u00fcr die alten Aufkl\u00e4rer eher eine Zumutung. Das Schallme\u00dfger\u00e4t entspricht nicht einmal der Vorkriegsqualit\u00e4t des Wehrmachtsger\u00e4tes. Es gibt weder Schallfunk\u00fcbertragung noch eine Schnellauswertung mit dem Steegerger\u00e4t, obwohl eine lineare Aufstellung zwingend erforderlich war. Die Schallaufnahme ist zu stark gefiltert und deshalb nicht f\u00e4hig, eine Unterscheidung der Knallarten in der gelieferten Aufzeichnung zuzulassen. Trotzdem, die Ausbildung beginnt.<\/h4>\n<h4>Neben der Aufstellung der Beobachtungsbataillone arbeitet das Dezernat AufklArt der Personalplanung zu. F\u00fchrungs- und Einsatzgrunds\u00e4tze werden beeinflu\u00dft. Die Gliederungen, die Ausr\u00fcstung und die Bewaffnung werden entworfen. Sehr eng arbeiten das Dezernat mit dem Spezialstab ATV der Artillerieschule zusammen. Hauptaufgabe des Dezernats ist seit dem 01.04.1965 die Erarbeitung von Milit\u00e4rischen Forderungen f\u00fcr die neu einzuf\u00fchrenden Aufkl\u00e4rungsger\u00e4te. Die Gliederung der St\u00e4be, Batterien und Z\u00fcge und deren personelle St\u00e4rke mu\u00df immer wieder neu aufgestellt werden, oftmals gegen z.T. unsachliche Vorstellungen der Inspektion der Artillerie. So sollen beispielsweise die Vorgeschobenen Beobachter und Beobachtungsstellen der Artillerie die Lichtme\u00dfaufkl\u00e4rung \u00fcbernehmen. Radarger\u00e4te sollen beim Artillerieregiment aufgeh\u00e4ngt, die Drohne soll den Heeresfliegern unterstellt und die Vermessung soll dem Vermessungsbataillon des Korps zugeordnet werden. Schallmessen soll ganz wegfallen.<\/h4>\n<h4>Die Personalst\u00e4rken stehen den Ausbildungsm\u00f6glichkeiten entgegen. Die Feldm\u00e4\u00dfige lnstandsetzung und die Ersatzteilzuf\u00fchrung \u00fcberfordert die vorhandenen Kapazit\u00e4ten. Und so geht es fort durch alle Zeilen&#8230;<\/h4>\n<h4>Die guten Beziehungen zu den Sachbearbeitern beim F\u00fchrungsstab des Heeres helfen dem Dezernenten wesentlich, die Milit\u00e4rischen Forderungen durchzusetzen. Die Ansichten und Forderungen in vielen Tagungen, Besprechungen und Konferenzen im In- und Ausland werden so erfolgreich unterst\u00fctzt. Einige Beispiele sollen die Vielzahl dieser Veranstaltungen deutlich machen:<\/h4>\n<h4><strong>1964 &#8211; 1970 \u00a0<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 NATO-RaI, Paris: 6 Ad ho Gruppen:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4 Schallme\u00dfgruppen f\u00fcr Mikrophone, Aufnahmeger\u00e4t, Verschiebbare \u00a0Me\u00dfstelle, Vorwarner, Schallwetter, Schallwetterme\u00dfger\u00e4t<\/h4>\n<h4>1 Radargruppe f\u00fcr Green Archer, Ratac, \u00dcbertragung der Me\u00dfwerte auf Kartenplan<\/h4>\n<h4>1 Radargruppe f\u00fcr Allgemeine St\u00f6rungen\/St\u00f6rm\u00f6glichkeiten<\/h4>\n<h4><strong>1965 \u2013 1968<\/strong> London, EMI, Green Archer<\/h4>\n<h4><strong>1966<\/strong>\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Montreal\/Ottawa Canadair, Drohne<\/h4>\n<h4><strong>1964 \u2013 1970<\/strong> Acht Treffen bei Absprachen mit Firmenvertretern \u00fcber Schallme\u00df beim F\u00fchrungsstab des Heeres, bei Versuchen in Meppen (Erprobungsstelle 91) und bei Grundig in F\u00fcrth<\/h4>\n<h4><strong>1967<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 London, Vortrag von Oberstleutnant <i>Krammling<\/i> \u00fcber den Einsatz der Aufkl\u00e4renden Artillerie bei beweglicher Kampff\u00fchrung<\/h4>\n<h4>Die Zusammenarbeit mit der Inspektion Heeresr\u00fcstung ist zun\u00e4chst gut, wird dann aber schwieriger, je mehr andere Waffengattungen(Fernmelder, Panzeraufkl\u00e4rer, Heeresflieger, Luftwaffe uw.) sich f\u00fcr die Ger\u00e4teentwicklungen der Aufkl\u00e4renden Artillerie interessieren und laufend \u00c4nderungen und Zus\u00e4tze f\u00fcr sich fordern. Wesentlichen Einflu\u00df hat das sp\u00e4ter auf die Auslieferung des RATAC, das auf den Sch\u00fctzenpanzer M 113 montiert werden soll, w\u00e4hrend die Panzeraufkl\u00e4rer dieses Ger\u00e4t auf einem Radpanzer sehen wollen. Alle Auslieferungstermine f\u00fcr neues Ger\u00e4t sind nur \u00fcber pers\u00f6nliche Beziehungen zu erfahren, da direkte Kontakte zu der Auslieferungsstelle und den Bataillonen verboten sind! Truppenbesuche durch den Dezernenten sind ebenfalls verboten! Er soll jedoch auch die Einheitlichkeit und die Qualit\u00e4t der Ausbildung in der Truppe sicherstellen. Niemand wei\u00df genau wie !<\/h4>\n<h4>Nachdem die Ergebnisse der Truppenversuche vorliegen und die Einf\u00fchrung der geforderten Ger\u00e4te durch den F\u00fchrungsstab genehmigt ist, liegt die Beschaffung beim Bundesamt f\u00fcr Wehrbeschaffung. Die Zusammenarbeit mit diesem Amt ist schwierig, aber sie funktioniert. Lediglich beim Schallme\u00dfger\u00e4t kommt es an unvertretbaren Verz\u00f6gerungen, die der zust\u00e4ndige Referatsleiter FE im BWB zu verantworten hat, der sich wahrscheinlich f\u00fcr seine Aufgabe lebensbedrohend eingesetzt hat. Oberstleutnant <i>PiIgram<\/i> mit seiner Gruppe im Spezialstab ATV kann seine Erfahrungen bei allen Truppenversuchen voll einbringen und verhindert gr\u00f6\u00dfere Pannen und R\u00fcckschl\u00e4ge. Er wird weitgehend zum Motor der Truppenversuche. In m\u00fchevoller Arbeit werden die Beobachtungsbataillone 170, 270 und 370 &#8211; wie sie jetzt neu hei\u00dfen &#8211; bis 1965 aufgestellt (vgl. Aufstellungsentwicklung). Im Heeresmodell 3 werden die Beobachtungsbataillone den Divisionen zugeteilt. Aus den teilweise bestehenden Couleurverh\u00e4ltnissen der Batterien zu ihren Divisionen wird ein fester Gliederungsbestandteil mit neuer Organisationsform. Die gro\u00dfen Batterien werden aufgel\u00f6st und zu Bataillonen umgeformt. Damit wird die Aufkl\u00e4rende Artillerie f\u00fchrbarer. Alle Divisionen k\u00f6nnen jedoch nicht sofort Beobachtungsbataillone erhalten. Es mangelt an Personal und Material. Deswegen erhalten sie zun\u00e4chst Schallme\u00df- und Radarbatterien. Zu deren Einsatzf\u00fchrung wird dem Artillerieregiment ein &#8222;Stabsoffizier Aufkl\u00e4rung&#8220; zugeteilt. Dieses \u00dcbergangsprovisorium bereitet in den 70er Jahren die Aufstellung der Beobachtungsbataillone vor. F\u00fcnf Bataillone k\u00f6nnen rasch aufgestellt werden. Sie verf\u00fcgen erstmals \u00fcber eine Drohnenbatterie mit dem Aufkl\u00e4rungsflugk\u00f6rpersystem Drohne CL 89. Dieses Drohnensystem wird 1966\/67 unter F\u00fchrung von Oberleutnant Kresse und Oberleutnant Lanz in Kanada und sp\u00e4ter in Yuma\/Arizona truppenerprobt. Sp\u00e4ter wirkt Major <i>Stegmann<\/i> als Koordinator in Yuma.<\/h4>\n<h4>Oberstleutnant <i>MerkIinghaus<\/i> wird nach Kanada befohlen und bereitet mit Vertretern des BWB bis Weihnachten 1967 die Einf\u00fchrungsformalit\u00e4ten vor. Erstmalig wird mit diesem System die erfolgreiche Ausnutzung der dritten Dimension f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung der Artillerie m\u00f6glich. Mit der Einf\u00fchrung dieses Systems k\u00f6nnen die vorgesehenen Beobachtungsbataillone aufgestellt werden.<\/h4>\n<h4>Im ab 1975 umgenannten H e e r e s a m t zeichnet sich eine \u00c4nderung der Struktur ab. Aus der Inspektion Artillerie wird die Inspektion Kampfunterst\u00fctzungs-truppen (Artillerie, Heeresflugabwehrtruppe und Pioniere). Das Dezernat 3, Aufkl\u00e4rende Artillerie, wird 1980 mit dem Dezernat Organisation zusammengelegt. Der Dezernatsleiter wird damit verantwortlich f\u00fcr die Aufkl\u00e4rende Artillerie und die Gesamtorganisation der Artillerie. Die Aufkl\u00e4rung kommt dabei nicht zu kurz. Die Dezernenten Artillerieortungsmittel\/Artilleriebeobachtungsradaranlagen und Atmosph\u00e4risches Me\u00dfger\u00e4t k\u00f6nnen die N\u00e4he zu den STAN-Bearbeitern nutzen und die STAN des Beobachtungsbataillons optimieren. Nach der Aufnahme des Gedankens &#8222;Systemverbund Aufkl\u00e4rung&#8220; mu\u00df die Zusammenarbeit mit den Dezernaten Panzeraufkl\u00e4rung, Fernmeldeelektronische Aufkl\u00e4rung, Aufkl\u00e4rende Artillerie, Entwicklung technischer Aufkl\u00e4rungsmittel und Allgemeine Heeresent-wicklung sowie mit dem Leitenden Geophysiker in einer Arbeitsgruppe verst\u00e4rkt werden.<\/h4>\n<h4>Ziel wird eine einheitliche Auffassung \u00fcber die Technische Aufkl\u00e4rung gegen\u00fcbe dem F\u00fchrungsstab zu vertreten. Erreicht wird dieses<\/h4>\n<h4>&#8211; in der Konzeption der &#8222;Zelle Aufkl\u00e4rung&#8220; bei h\u00f6heren Truppenst\u00e4ben,<\/h4>\n<h4>&#8211; bei der Unterst\u00fctzung von Studienarbeiten \u00fcber die Aufkl\u00e4rung,<\/h4>\n<h4>&#8211; bei der Mitwirkung in der Studiengruppe Aufkl\u00e4rung des F\u00fcH,<\/h4>\n<h4>&#8211; bei der Mitpr\u00fcfung der &#8222;Planungsvorstellungen Aufkl\u00e4rung&#8220; des Heeres und<\/h4>\n<h4>&#8211; in anderen Vorphasenaktivit\u00e4ten f\u00fcr alle neuen Aufkl\u00e4rungsmittel wie Bodensensoren und Prim\u00e4raufkl\u00e4rungsmitteln.<\/h4>\n<h4>Innerhalb der Gruppe Artillerie wird an den Konzepten &#8222;Artilleriesystem 90&#8220; und &#8222;2000&#8220; gearbeitet. Dabei kann deutlich gemacht werden, da\u00df die besten Waffensysteme und Munitionen wirkungslos bleiben, wenn Zielortung nicht bereitgestellt werden kann (eine wahrlich revolution\u00e4re Erkenntnis!) und, da\u00df alle vorhandenen Aufkl\u00e4rungssysteme einer erheblichen Leistungssteigerung unterzogen werden m\u00fcssen, weil sie technisch veraltet sind. lm Zuge der technischen Entwicklungen und der Datenverarbeitung k\u00f6nnen die Schallme\u00dfanlage und das Artillerieradarger\u00e4t neu konzipiert werden. Das Lichtme\u00dfsystem wird k\u00fcnftig durch eine Optronische Zielortungsanlage (OZA), die im nicht sichtbaren Infrarotbereich arbeitet, abgel\u00f6st. (Anmerkung: OZA hat den Truppenversuch 1997\/98 nicht bestanden und wurde nicht weiter verfolgt, da die Fa. DST (Bremen) Konkurs \u00a0angemeldet hatte.)\u00a0 Zus\u00e4tzlich wird das lenkbare Kleinflugger\u00e4t zur Zielortung (KZO) eingef\u00fchrt, das die Luftaufkl\u00e4rung wesentlich verbessern kann. Die Artillerie erh\u00e4lt durch das KZO Ziele in Entfernungen, die ihr bisher verschlossen waren.<\/h4>\n<h4>Das Drohnensystem CL 89 wird durch das wesentlich leistungsst\u00e4rkere System CL 289 abgel\u00f6st. Mit diesem System werden die mechanisierten Divisionen und die Korps ausgestattet. Durch die Konzipierung neuer Aufkl\u00e4rungsmittel erf\u00e4hrt das Dezernat eine Aufgabenverlagerung. War es bisher haupts\u00e4chlich mit der Betreuung der eingef\u00fchrten Aufkl\u00e4rungsmittel betraut, verlagert sich das Schwergewicht auf die Arbeit als Vertreter des Bedarfstr\u00e4gers Artillerie bei der Entwicklungs- und Einf\u00fchrungsbegleitung f\u00fcr neugefordertes Ger\u00e4t bei \u00c4mtern und bei der Industrie. (Formulierung des Taktischen Konzeptes, zur Konzeption, Definition, Entwicklung, Truppenversuch, Mitarbeit beim Systemmanagement). Durch die Einf\u00fchrung fliegender Systeme sind zus\u00e4tzliche Aufgaben erwachsen.<\/h4>\n<h4>So in der<\/h4>\n<h4>&#8211; Luftraumordnung,<\/h4>\n<h4>&#8211; Flugsicherheit,<\/h4>\n<h4>&#8211; Luftbildauswertung,<\/h4>\n<h4>&#8211; Flugplanung,<\/h4>\n<h4>&#8211; \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit und<\/h4>\n<h4>&#8211; Friedensflugbetrieb etc.<\/h4>\n<h4>Damit schickte sich die Aufkl\u00e4rende Artillerie an, die Ebene der reinen Artillerieortung zu verlassen. Das kann k\u00fcnftig Folgen haben, die noch nicht zu \u00fcberblicken sind. Jeder Dezernent sieht sich Herausforderungen ausgesetzt, die eine nicht absehbare Steigerung der Aufkl\u00e4rungsleistung der AOM \/ ABRA \/ ATMAS in sich bergen. Allein die rechnergest\u00fctzte Datenerfassung und -verarbeitung l\u00e4\u00dft heute eine Ortung von ca 30(!) Zielen in zwei Minuten zu. Pr\u00e4zise Wettermeldungen werden in kurzen Abst\u00e4nden m\u00f6glich und aktualisieren notwendige Korrekturen auch in weiteren Bereichen. Die Panzerartilleristen nutzen die Artillerieradarger\u00e4te f\u00fcr ihre Aufgaben mehr als bisher. Vor den Einf\u00fchrungen neuer Ger\u00e4te standen und stehen Struktur\u00fcberlegungen f\u00fcr die Aufkl\u00e4rende Artillerie. In deren Mittelpunkt steht immer mehr der organisatorische Zusammenschlu\u00df von Aufkl\u00e4rungsmitteln und Waffensystemen. Diese Entwicklung l\u00e4\u00dft z. Z. keinen Raum f\u00fcr die Zusammenfassung der Artillerieaufkl\u00e4rungssysteme in Bataillonen. Der Abschied von bew\u00e4hrten Strukturen ist damit programmiert. ob die Aufkl\u00e4rungsmittel bei Rohr- oder Raketenbataillonen richtig eingegliedert sind, mu\u00df die Zeit entscheiden. Die selbst\u00e4ndigen Beobachtungsbatterien (Drohnenbatterien) leben jedenfalls auf Korps- und Divisionsebene wieder auf.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auszug aus dem Buch &#8222;Aufkl\u00e4rende Artillerie der Bundeswehr&#8220; hier: Truppenamt \/ Heeresamt &#8211; Das Dezernat Aufkl\u00e4rende Artillerie &#8211; Truppenamt \/ Heeresamt Das Dezernat Aufkl\u00e4rende Artillerie Als im Jahre 1952 das &#8220; A m t B I an k &#8220; auf &hellip; <a href=\"https:\/\/beobachter23.de\/?page_id=3510\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-3510","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3510"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3511,"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3510\/revisions\/3511"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/beobachter23.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}